lassen


lassen

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las|sen ['lasn̩], lässt, ließ, gelassen/lassen:
1. <itr.; hat; 2. Partizip: lassen> veranlassen (dass etwas geschieht):
ich lasse mir einen Anzug machen; einen Arzt kommen, rufen lassen.
Syn.: heißen.
2.
a) <itr.; hat; 2. Partizip: lassen> erlauben, dulden, nichts tun, um zu verhindern (dass etwas [weiterhin] geschieht):
lass ihn doch ausreden, schlafen, weiterschlafen; sie lässt die Kinder toben; lass [mich] mal sehen!; lass dich bloß nicht erwischen!
Syn.: erlauben zu, genehmigen zu, gestatten zu.
b) <tr.; hat; 2. Partizip: gelassen> nicht daran hindern, irgendwohin zu gehen, zu gelangen:
er lässt uns nicht ins, aus dem Haus; frische Luft ins Zimmer lassen; die Tiere auf die Weide lassen; die Luft aus dem Reifen lassen.
Zus.: herauslassen, herunterlassen, hinauslassen, hineinlassen, vorbeilassen, vorüberlassen.
c) <tr.; hat; 2. Partizip: gelassen> nicht wegnehmen:
nur die Kleider, die er am Leib trug, haben ihm die Räuber gelassen; lass ihr doch den Spaß!
3. <+ sich; 2. Partizip: lassen> die Möglichkeit bieten, geeignet sein (dass etwas damit geschieht):
der Draht lässt sich gut biegen.
4. <tr.; hat; 2. Partizip: gelassen> (bei jmdm., etwas) den Zustand nicht ändern:
etwas unerörtert lassen; nichts unversucht lassen; jmdn. im Ungewissen lassen; sie möchte alles so lassen, wie es ist; die Nachricht ließ sie völlig kalt; lass mich [in Ruhe]!
5. <itr.; hat; 2. Partizip: gelassen> nicht tun; unterlassen:
lass das!; lass die dummen Witze!; er kann das Trinken nicht lassen.
Syn.: abkommen von, ablassen von, aufgeben, aufhören mit, aufstecken (ugs.), bleiben lassen, entsagen (geh.), sein lassen, unterlassen, verzichten auf.
6. <tr.; hat; 2. Partizip: gelassen> [weiterhin] zur Verfügung stellen:
lässt du mir das Buch bis morgen, den Wagen für den Urlaub?; ich lasse mir Zeit.
Syn.: ausborgen (landsch.), ausleihen, borgen, leihen, pumpen (ugs.), überlassen.
7. <tr.; hat; 2. Partizip: gelassen>
a) von irgendwo nicht entfernen, nicht wegnehmen, nicht mitnehmen:
die Sachen im Koffer, das Wasser in der Wanne lassen; weil es nicht regnete, habe ich den Schirm zu Hause gelassen; heute lasse ich das Auto in der Garage.
Syn.: zurücklassen.
b) versehentlich, aus Vergesslichkeit nicht mitnehmen:
lass beim Aussteigen nachher nicht wieder deinen Schirm im Bus!; als ich zahlen sollte, merkte ich, dass ich meinen Geldbeutel zu Hause gelassen hatte.
Syn.: liegen lassen, stehen lassen, vergessen.

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lạs|sen 〈V. 174; hat
I 〈V. tr.〉
1. zulassen, dulden, erlauben
2. bitten, fordern, machen, veranlassen, dass etwas geschieht
3. unterlassen, bleibenlassen, aufhören mit
4. erlauben od. machen, dass alles bleibt, wie od. wo es ist
5. jmdm. etwas \lassen überlassen, nicht wegnehmen, erlauben, dass jmd. etwas erhält, behält od. tut
6. geben, weggeben
7. veraltet; nur noch poet.〉 verlassen, aufgeben
lass das!; \lassen wir das! reden wir von etwas anderem!; klug ist er, das muss man ihm \lassen das kann man nicht bestreiten; ach, wie ist's möglich dann, dass ich dich \lassen kann (Volkslied); ich lasse dich nicht, du segnest mich denn (1. Buch Mose, 32,27) ● ich lasse Ihnen das Bild für 200 Euro; er lässt den Kindern ihre Freiheit; sein Leben \lassen sterben; jmdm. seine Ruhe \lassen; \lassen Sie das nur meine Sorge sein!; lass ihm doch das Vergnügen!; jmdm. den Vortritt \lassen; Wasser \lassen urinieren, harnen; jmdm. seinen Willen \lassen; lass dir Zeit! ● sich seine Enttäuschung (nicht) anmerken \lassen; sich seine Arbeit gut bezahlen \lassen; das lasse ich mir nicht bieten, gefallen; ich lasse bitten! führen Sie den Besucher herein!; lass dich nicht so lange bitten!; lass dir ja nicht einfallen, dort hinzugehen!; \lassen Sie ihn eintreten!; jmdn. entkommen, entwischen \lassen; er ließ ihn erschießen; lass dich nur nicht, ja nicht erwischen!; einen Gegenstand fallen \lassen; jmdn. fühlen \lassen, dass ...; lasst uns gehen! wir wollen gehen; lass mich gehen; das dürfen wir nicht geschehen \lassen; er lässt dich vielmals grüßen; \lassen Sie mich Ihnen helfen!; lass doch endlich das Heulen!; jmdn. holen, kommen, rufen \lassen; lass hören! sprich!; lass bald (etwas) von dir hören!; lass sie nur kommen! 〈leicht drohend〉; tu, was du nicht \lassen kannst! mach, was du willst (obgleich ich nicht einverstanden bin); lass mich den Brief lesen; lass mich (das) nur machen! ich bringe es schon in Ordnung; sich ein Kleid machen \lassen; lass dir keine Angst machen!; das Rauchen \lassen; er lässt mit sich reden, mit sich handeln; jmdn. schlafen \lassen; es sich gut schmecken \lassen; ich habe mir sagen \lassen, dass ... ich habe erfahren, dass ...; er lässt sich nichts sagen er duldet keine Zurechtweisung; der Dichter lässt seinen Helden Folgendes sagen; \lassen Sie sich gesagt sein, dass ... ich sage es Ihnen ganz offen u. deutlich, dass ... 〈meist warnend od. ermahnend〉; lass dir das ein für allemal gesagt sein! ich will es dir nicht noch einmal sagen müssen!; lass (einmal) sehen! zeig (einmal) her!; lass dich bald einmal (bei uns) sehen! besuch uns bald einmal; in dem neuen Anzug kann er sich sehen \lassen / sehenlassen braucht er sich nicht zu schämen; alles stehen und liegen \lassen; \lassen Sie sich nicht stören!; das hätte ich mir nicht träumen \lassen das hätte ich nie gedacht, nie vermutet; etwas tun oder \lassen; sein Tun und Lassen; lass dich nicht unterkriegen!; jmdn. warten \lassen; ich werde es dich wissen \lassen / wissenlassen, was daraus geworden ist ● können Sie mir das Buch nicht etwas billiger \lassen?; \lassen wir es gut sein!; sich's wohl sein \lassen ● ein Tier am Leben lassen; etwas nicht aus den Augen, aus den Händen \lassen ; alles beim Alten \lassen; wir wollen es dabei \lassen; die Stadt, den Wald hinter sich \lassen sich davon entfernen; der Hund lässt niemanden in die Wohnung (erg.: eintreten, kommen); jmdn. in Frieden, in Ruhe lassen; den Hut in der Garderobe \lassen; lass die Teller im Schrank; bitte lasst alles so (stehen, liegen), wie es ist; der Kranke lässt niemanden zu sich (erg.: kommen) ● wo soll ich so lange meine Koffer \lassen? hinstellen, unterbringen; wo habe ich nur meinen Schirm gelassen?
II 〈V. intr.〉 von etwas od. jmdm. \lassen etwas od. jmdn. aufgeben, verlassen ● er kann von seiner Spielleidenschaft nicht \lassen; er kann nicht von ihr \lassen
III 〈V. refl.〉
1. 〈nur von Sachen〉 möglich, ausführbar sein
2. veraltet; in der Wendung〉 sie wusste sich vor Freude nicht zu \lassen sie wusste nicht, was sie vor Freude tun sollte
● das lässt sich nicht, leicht, schwer beweisen; das lässt sich denken! das kann man sich denken, das ist glaubhaft; das wird sich einrichten \lassen; dagegen lässt sich nichts einwenden, nichts machen; das lässt sich hören! das ist annehmbar, das ist ein guter Gedanke; das Fenster lässt sich leicht, schwer öffnen; der Wein lässt sich trinken 〈umg.〉 der W. ist gut; ich will sehen, was sich tun lässt; das lässt sich nicht vermeiden
[<ahd. lazzan, engl. let, got. letan <germ. *let- <*led-, *lad- <idg. *le(i)d- „matt, schlaff werden, nachlassen“; verwandt mit lässig, lasch, Gelass]

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lạs|sen <st. V.; hat; in Verbindung mit einem Inf. mit Ersatzinf.: ließ, hat … lassen; ohne Inf.: ließ; hat gelassen [mhd. lāʒen, ahd. laʒʒan, urspr. = matt, schlaff werden]:
1. <in Verbindung mit einem Inf. + Akk.> veranlassen, bewirken (dass etw. geschieht):
ein Haus bauen, sich einen Anzug machen, das Auto waschen l.;
ich habe Wasser in die Wanne laufen l. /(seltener:) gelassen;
jmdn. warten lassen;
jmdn. rufen, grüßen, erschießen l.;
sich verleugnen l.;
er will, sie wollen sich scheiden l.;
jmdm. etw. mitteilen l.;
ich habe mir sagen l. (habe erfahren), wie es passiert ist;
sie ließ mir eine Nachricht zukommen;
sie hatte den Kindern noch einen Saft bringen l.;
er ließ mich wissen (setzte mich davon in Kenntnis), dass …;
<auch ohne Akk.:> ich lasse bitten (bringen Sie den Besucher, die Besucherin herein).
2.
a) <in Verbindung mit einem Inf. + Akk.> zulassen, erlauben; dulden; nicht an etw. hindern:
die Kinder spielen, ins Kino gehen l.;
jmdn. verhungern l.;
ich lasse mich nicht beleidigen;
lass dich nicht erwischen!;
lass mich bitte ausreden, arbeiten, ausschlafen!;
das Licht über Nacht brennen l.;
das lasse ich mir nicht gefallen, nicht bieten;
der Hund ließ alles mit sich geschehen;
<auch o. Inf.:> die Kinder ins Kino l.;
sie ließ ihn nicht aus der Tür, ins Zimmer;
etw. etw. sein l. (ugs.; sich von etw. abwenden [u. etw. anderes tun]; etw. nicht mehr beachten: ich lasse jetzt die Arbeit Arbeit sein);
b) <ohne Inf.> jmdm. etw. zugestehen; jmdn. nicht behindern:
sie ließ ihm seinen Glauben, seine Freude, den Spaß;
R das muss man ihm l. (das muss man bei ihm ohne Vorbehalte anerkennen).
3. veranlassen od. bewirken, dass jmd., etw. irgendwohin gelangt:
frische Luft ins Zimmer l.;
Wasser in die Wanne l.;
Öl aus dem Fass l.;
ein Boot zu Wasser l.;
den Sarg ins Grab l.;
[jmdm.] die Luft aus den Reifen l.;
jmdn. nicht aus dem, ins Haus l.;
einen l. (derb; eine Blähung [hörbar] abgehen lassen).
4. veranlassen, dass jmd., etw. unverändert bleibt, in einem bestimmten Zustand gehalten wird, an einer bestimmten Stelle bleibt:
die Sachen im Koffer l.;
das Wasser in der Wanne l.;
etw. in der Schwebe, unangetastet l.;
nichts unversucht l. (alles versuchen);
wir wollen es dabei l.;
alles so l., wie es ist.
5. <l. + sich; in Verbindung mit Inf.> die Möglichkeit zu etw. bieten; in bestimmter Weise geeignet sein:
das Material lässt sich gut verarbeiten, dehnen, biegen;
das Fenster lässt sich [nicht, leicht] öffnen;
der Käse lässt sich [gut] streichen;
das lässt sich nicht leugnen, beweisen;
das lässt sich machen (ist möglich);
das lässt sich hören (ist akzeptabel);
<unpers.:> hier lässt es sich leben.
6.
a) unterlassen, einstellen:
er kann es, das Rauchen nicht l.;
lass das!;
lasst doch die dummen Witze!;
R tu, was du nicht l. kannst ([ich möchte mich mit dir nicht streiten] du musst selbst wissen, was du tust);
b) von etw. absehen; etw. nicht länger tun:
[nicht] vom Spielen, Trinken, Alkohol l. [können];
c) (veraltend) sich von jmdm., etw. trennen; jmdn., etw. aufgeben:
wir können nicht voneinander l.
7. zurücklassen:
ich habe mein Auto zu Hause gelassen;
wir wollen die Kinder nicht allein im Haus l.;
lassen Sie mir/für mich bitte noch etwas Kaffee übrig, in der Kanne!;
wo habe ich nur meinen Schlüssel gelassen? (hingetan?);
das Gepäck habe ich am Bahnhof gelassen;
Ü ich habe in dem Restaurant mindestens hundert Euro gelassen (ugs.; ausgegeben).
8. jmdm. etw. über-, hinterlassen, zur Verfügung stellen:
ich kann dir das Buch bis morgen l.;
der Händler will mir den Mantel zum halben Preis l.;
ich lasse Ihnen meinen Ausweis als/zum Pfand;
uns wurde nichts gelassen (wurde alles genommen).
9. <als Imperativ in Verbindung mit einem Inf.> drückt eine freundliche Aufforderung aus:
lass, lasst uns gehen, noch ein paar Minuten warten, nicht ungerecht sein.

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lạs|sen <st. V.; hat; in Verbindung mit einem Inf. mit Ersatzinf.: ließ, hat ... lassen; ohne Inf.: ließ; hat gelassen [mhd. lāʒen, ahd. laʒʒan, urspr. = matt, schlaff werden]: 1. <in Verbindung mit einem Inf. + Akk.> veranlassen, bewirken (dass etw. geschieht): ein Haus bauen, einen neuen Anzug machen, das Auto waschen, das Essen kommen l.; ich habe Wasser in die Wanne laufen l./(seltener:) gelassen; Bittuis beschweren sich, dass der Hauswirt nichts machen (keine Reparatur ausführen) lässt (Chotjewitz, Friede 232); jmdn. rufen, grüßen, warten, erschießen l.; Er hielt seine Mundharmonika in die Luft und ließ sie singen und orgeln (Hausmann, Abel 170); er lässt das Mädchen nichts Vernünftiges lernen; du lässt dich verleugnen; jmdm. etw. mitteilen l.; ich habe mir sagen l. (habe erfahren), wie es passiert ist; sie ließ mir eine Nachricht zukommen; sie hatte den Kindern noch einen Saft bringen l.; er ließ mich wissen, dass ...; <auch o. Akk.:> ich lasse bitten (bringen Sie den Besucher herein); meine Eltern lassen sich scheiden; ∙ <auch mit Dativ:> wenn ihr mich denn ja behalten wollt, so lasst es mir durch Eintracht sehen (Goethe, Torquato Tasso II, 1); Das weiß er? - Ja, und möcht' es gern dem König Philipp wissen l. (Lessing, Nathan I, 5). 2. a) <in Verbindung mit einem Inf. + Akk.> zulassen, erlauben; dulden; nicht an etw. hindern: die Kinder schreien und toben l., auf die Straße, ins Kino gehen l.; jmdn. verhungern l.; ich lasse mich nicht beleidigen; lass dich nicht erwischen!; lasst mich doch bitte ausreden, arbeiten, ausschlafen!; das Licht über Nacht brennen l.; er hat ihn heimgehen l. müssen; das lasse ich mir nicht gefallen, nicht bieten; sie lässt sich nichts sagen (duldet keine Bevormundung); lass dir das bloß nicht in den Sinn kommen!; der Hund ließ alles mit sich geschehen; lass mich immer dein Freund bleiben; <auch o. Inf.:> die Kinder ins Kino l.; Dass sie dich überhaupt nach Frankfurt gelassen haben, der Vati und die Mutti, das wundert mich ungeheuer (Danella, Hotel 34); sie ließ ihn nicht aus der Tür, ins Zimmer; Sie braucht jetzt mehr Gelegenheiten, um Erfahrungen zu sammeln. Ich hoffe, man lässt sie (Frischmuth, Herrin 121); b) <ohne Inf.> jmdm. etw. zugestehen; jmdn. nicht behindern: sie ließ ihm seinen Glauben, seine Freude, den Spaß; sie lässt ihn nicht (salopp verhüll.; sie will mit ihm nicht geschlechtlich verkehren); hat sie dich gelassen? (salopp verhüll.; hat sie mit dir geschlechtlich verkehrt? ); R das muss man ihm l. (das muss man bei ihm ohne Vorbehalte anerkennen). 3. veranlassen od. bewirken, dass jmd., etw. irgendwohin gelangt: frische Luft ins Zimmer l.; die Tiere auf die Weide l.; Wasser in die Wanne l.; Öl aus dem Kessel l.; ein Boot zu Wasser l.; Der Milizionär ... knotete ein Seil an einen Eimer, ließ ihn von der Brücke und zog ihn halb gefüllt wieder herauf (Bieler, Mädchenkrieg 463); die Träger ließen den Sarg in die Tiefe; er hat mir die Luft aus den Reifen gelassen; spätabends wurde niemand mehr in den Saal gelassen; *einen l. (derb; eine Blähung [hörbar] abgehen lassen): Hast du gerade einen gelassen?; alles unter sich l. (veraltend verhüll.; Kot und Urin unkontrolliert abgehen lassen, ins Bett machen): Der Kranke war so schwach, dass er alles unter sich gehen ließ. 4. veranlassen, dass jmd., etw. unverändert bleibt, in einem bestimmten Zustand gehalten wird, an einer bestimmten Stelle bleibt: die Sachen im Koffer l.; das Wasser in der Wanne l.; die Kiste unter dem Bett l.; jmdn. ohne Aufsicht l.; etw. unerörtert, ungesagt, ungetan l.; nichts unversucht l.; etw. in der Schwebe, unangetastet l.; wir wollen es dabei l.; Der Einfachheit halber haben wir den Untergrund gleich so gelassen (Bieler, Bonifaz 169); er möchte alles so l., wie es ist (Strauß, Niemand 95). 5. <l. + sich; in Verbindung mit Inf.> die Möglichkeit zu etw. bieten; in bestimmter Weise geeignet sein: das Material lässt sich gut verarbeiten, dehnen, biegen; das Fenster lässt sich [leicht] öffnen; der Käse lässt sich [gut] streichen; Das kleine Zimmer ... ließ sich nicht heizen (G. Vesper, Laterna 9); der Wein lässt sich trinken (ist gut); dieser Vorfall lässt sich nicht so richtig beschreiben; das lässt sich nicht beweisen; das lässt sich machen (ist möglich); das lässt sich hören (ist akzeptabel); das lässt sich denken (ist verständlich); mit Vernunft lässt sich eine Menge ausrichten; <unpers.:> hier lässt es sich leben (hier kann man gut leben); es lässt sich nicht leugnen, dass ... 6. a) unterlassen, nicht tun, einstellen: er kann das Rauchen nicht l.; wenn er auch das Stänkern nie ganz l. konnte (Fallada, Trinker 142); Wenn du nur das überhebliche Grinsen l. könntest! (H. Gerlach, Demission 113); lass das!; lasst doch die dummen Witze!; Er will etwas sagen, lässt es aber, als er Georgs Gesicht sieht (Remarque, Obelisk 111); ich konnte es nicht l. (ich musste es einfach tun), das Mädchen immer wieder anzusehen; R tu, was du nicht l. kannst ([ich möchte mich mit dir nicht streiten] du musst selbst wissen, was du tust); *etw. etw. sein l. (ugs.; sich von etw. abwenden [u. etw. anderes tun]; etw. nicht mehr beachten): ich lasse jetzt die Arbeit Arbeit sein; Lass die Ratten Ratten sein (Hilsenrath, Nazi 56); Später ließ er Muse Muse sein und wurde Sekretär eines älteren ... Ölmillionärs (Ziegler, Labyrinth 62); b) von etw. absehen; etw. nicht weiterhin tun: [nicht] vom Spielen, Trinken, Alkohol l. [können]; c) (veraltend) sich von jmdm., etw. trennen; jmdn., etw. aufgeben: wir können nicht voneinander l.; der Bauer hat von seinem Land ... l. müssen (Plievier, Stalingrad 339); ich ließ von seinem Hals (Bieler, Bonifaz 239). 7. zurücklassen: ich habe mein Auto zu Hause gelassen; du lässt deine Sachen am besten an der Garderobe; wir lassen die Kinder nicht allein in der Wohnung; lassen Sie mir/für mich (lassen Sie mir noch übrig) bitte noch etwas Kaffee in der Kanne!; wo habe ich nur meinen Schlüssel gelassen (hingetan)?; das Gepäck habe ich am Bahnhof gelassen; Ü ich habe beim Pokern viel Geld gelassen (ugs.; viel Geld verloren); Manchmal lässt er (zahlt er, gibt er aus) ... hundert Mark in der Gastwirtschaft (Chotjewitz, Friede 81). 8. jmdm. etw. über-, hinterlassen, zur Verfügung stellen: ich kann dir das Buch bis morgen l.; als ich den Jungen sah, sagte ich, der braucht Geschwister und eine Mutter, lass mir den Jungen (Brot und Salz 24); der Händler will mir den Mantel billig, zum halben Preis l. (verkaufen); ich lasse Ihnen meinen Ausweis als/zum Pfand; sein Vater hat ihm den Wagen für den Urlaub gelassen; uns wurde nichts gelassen (wurde alles geraubt). 9. <als Imperativ in Verbindung mit einem Inf.> drückt eine freundliche Aufforderung aus: lasst uns gehen, feiern! ∙ 10. a) zu jmdm. in bestimmter Weise passen; jmdm. stehen: Die Frauen beteuerten, diese Tracht lasse ihm vorzüglich gut (Goethe, Lehrjahre IV, 2); Ü Sie ... entwickelte sogar einige Keime von possenhaftem Humor, den ich an ihr nie gekannt hatte und der ihr sehr gut ließ (Goethe, Dichtung u. Wahrheit 8); b) aussehen (1 a): Es hat einen Kamin, der zwar im Winter ein wenig raucht - Aber doch im Sommer recht hübsch lässt (Lessing, Minna I, 2); c) in bestimmter Weise erscheinen, wirken: dieses Tuch ..., welches beinahe wie ein Lauferschurz lässt (Immermann, Münchhausen 119); Desto schärfer eben werde ich gegen Sie sein, damit ich nicht parteiisch lasse (Lessing, Freigeist II, 1).

Universal-Lexikon. 2012.

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